Arbeitsrecht Grundlagen für Arbeitgeber
Die wichtigsten rechtlichen Vorschriften beim Einstellen von Mitarbeitern und während der Beschäftigung.
Erklärung aller Positionen auf der Gehaltsabrechnung: Brutto, Netto, Steuern und Sozialversicherung
Die Lohnabrechnung ist ein Dokument, das jeden Monat oder nach jeder Auszahlung erstellt wird. Sie zeigt auf einen Blick, wie viel Geld du verdienst und wie viel davon nach Steuern und Versicherungsbeiträgen übrig bleibt. Viele Arbeitnehmer schauen sich die Abrechnung an und verstehen nur die Hälfte davon – das’s völlig normal. Es gibt einfach zu viele Zeilen, Abkürzungen und Prozentsätze.
Die gute Nachricht: Es ist gar nicht so kompliziert, wenn du weißt, worauf du achten musst. Diese Anleitung erklärt dir jeden wichtigen Punkt auf deiner Gehaltsabrechnung, damit du genau nachvollziehen kannst, wohin dein Geld fließt.
Jede Lohnabrechnung ist nach demselben Schema aufgebaut. Oben findest du deine persönlichen Daten und die Abrechnungsperiode. Dann kommen die Bruttoentgelte – das ist das Geld, das dein Arbeitgeber dir zahlt, bevor etwas davon abgezogen wird. Der Bruttobetrag ist meistens zwischen 2.500 und 4.500 Euro monatlich, abhängig von deinem Beruf und deiner Erfahrung.
Danach folgen die Abzüge: Lohnsteuer, Kirchensteuer (falls zutreffend), Solidaritätszuschlag und die Sozialversicherungsbeiträge. Diese Abzüge sind der Grund, warum dein Nettolohn deutlich unter dem Bruttolohn liegt. Bei einem Bruttolohn von 3.500 Euro kannst du mit einem Nettolohn von etwa 2.400 Euro rechnen – je nach Steuerklasse und Versicherungsstatus.
Die Lohnsteuer ist der größte Posten bei den Abzügen. Sie wird direkt von deinem Bruttolohn abgezogen und richtet sich nach deiner Steuerklasse. Steuerklasse 1 (ledig, keine Kinder) hat die höchsten Abzüge. Steuerklasse 3 (verheiratet, ein Partner arbeitet) hat deutlich niedrigere Steuern. Der Unterschied kann 200-300 Euro pro Monat betragen.
Der Solidaritätszuschlag ist ein zusätzlicher Steuerzuschlag von 5,5% der Lohnsteuer. Viele Arbeitnehmer sehen diese Zeile und wissen nicht, wofür sie ist – es geht um die Unterstützung der Wiedervereinigung. Die Kirchensteuer fällt nur an, wenn du in der Kirche angemeldet bist. Ohne Kirchenmitgliedschaft siehst du diese Zeile gar nicht auf deiner Abrechnung.
Die Sozialversicherungsbeiträge sind aufgeteilt in vier Bereiche: Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung. Diese Beiträge zahlen sowohl du als auch dein Arbeitgeber – die Kosten teilen sich 50:50. Du siehst auf deiner Abrechnung nur deinen Anteil, der Arbeitgeber zahlt den gleichen Betrag zusätzlich.
Die Krankenversicherung kostet etwa 8-9% deines Bruttolohns. Dazu kommen der Zusatzbeitrag (0,5-2%) und der Pflegeversicherungsbeitrag (ca. 1,7%). Die Rentenversicherung nimmt 9,3% und die Arbeitslosenversicherung 1,3%. Zusammen sind das etwa 21% deines Bruttolohns – ein großer Brocken, aber diese Beiträge sichern deine Zukunft ab.
Am Ende deiner Lohnabrechnung findest du die Zeile „Nettolohn” oder „Auszahlungsbetrag”. Das ist der Betrag, der wirklich auf dein Konto kommt. Das Netto ist der Bruttolohn minus alle Steuern und Versicherungsbeiträge. Wenn du einen Bruttolohn von 3.200 Euro hast, bleiben nach allen Abzügen meist etwa 2.150-2.300 Euro übrig – je nach deiner persönlichen Situation.
Manchmal gibt es auch noch zusätzliche Abzüge wie Altersvorsorge (z.B. Betriebsrente) oder Gewerkschaftsbeiträge. Diese werden extra aufgelistet und reduzieren dein Netto weiter. Überprüfe immer, ob diese Abzüge korrekt sind – manche Abzüge kannst du nämlich steuerlich geltend machen und bekommst das Geld bei der Steuererklärung zurück.
Brutto ist dein vereinbartes Gehalt vor Abzügen. Netto ist das, was du wirklich bekommst. Der Unterschied liegt bei etwa 25-35% des Bruttogehalts.
Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag sind abhängig von deiner Steuerklasse. Du kannst deine Steuerklasse ändern, wenn sich deine Lebenssituation ändert.
Kranken-, Renten-, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung teilen sich die Kosten mit deinem Arbeitgeber. Das ist eine wichtige Absicherung für deine Zukunft.
Schau dir deine Abrechnung jeden Monat an. Überprüfe, ob die Abzüge korrekt sind. Fehler passieren – und wenn du sie nicht bemerkst, können sie sich über Monate aufaddieren.
Profi-Tipp: Speichere deine Lohnabrechnung immer ab. Du brauchst sie für deine Steuererklärung, für Kreditanträge und als Einkommensnachweis. Manche Arbeitgeber stellen die Abrechnung nur 2-3 Jahre zur Verfügung – danach kann’s schwierig werden, alte Belege zu finden.
Diese Erklärung bietet einen allgemeinen Überblick über die Bestandteile einer Lohnabrechnung. Sie stellt keine rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die genaue Berechnung deiner Steuern und Sozialversicherungsbeiträge hängt von vielen individuellen Faktoren ab – Steuerklasse, Bundesland, Familienstand, Nebeneinkommen und mehr. Bei Fragen zu deiner persönlichen Situation wende dich bitte an einen Steuerberater oder deine zuständige Finanzbehörde. Die Informationen entsprechen dem Stand Februar 2026 und können sich durch Gesetzenänderungen ändern.